Pressemitteilung

Volkswagen Nutzfahrzeuge, MOIA und Argo AI stellen Roadmap für autonomes Ridepooling in Hamburg vor

  • VWN präsentiert den Prototypen des autonomen ID. BUZZ AD Fahrzeugs
  • Autonomes Ridepooling-Angebot durch MOIA ab 2025 angestrebt
  • Argo AI startet Vermessung des Erprobungsgebietes im 4. Quartal 2021
  • Initiales Testgebiet in den Hamburger Stadtteilen Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde
  • Schlüsseltechnologie mit großem Potenzial für Verkehrsentlastung und für Verkehrssicherheit

Hamburg, 15. September 2021 - Europas erstes autonomes Ridepooling-Projekt nimmt Form an. In Anwesenheit von Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende in Hamburg, haben die Partner Volkswagen Nutzfahrzeuge, MOIA und Argo AI heute die Pläne für das Pilotprojekt sowie den Prototypen des ID. BUZZ AD vorgestellt. Ziel ist es, in Hamburg bis 2025 ein autonomes, international skalierbares Ridepooling-System zu entwickeln. „Für MOIA als Mobilitätsservice und Flottenbetreiber ist das autonome Fahren ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Städte auf der ganzen Welt wollen ihren Verkehr effizienter und klimafreundlicher gestalten. Autonomes Ridepooling kann die städtische Mobilität verbessern, die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und damit die Städte zu lebenswerteren Orten machen”, sagte MOIA-CEO Robert Henrich. 

Das Hamburger Pilotprojekt zum autonomen Fahren ist eine Kooperation von Volkswagen Nutzfahrzeuge, MOIA und Argo AI. Im Verbund entwickeln die drei Unternehmen alle notwendigen Komponenten und Prozesse, um fahrerloses Ridepooling in 2025 zu realisieren. Das erste autonome Fahrzeug des Volkswagen Konzerns, der ID. BUZZ AD, wird von Volkswagen Nutzfahrzeuge und Argo AI, einem weltweit führenden Technologieunternehmen für autonomes Fahren, entwickelt. Argo AI entwickelt das Self-Driving-System, das Herzstück des autonomen Fahrzeugs, bestehend aus Hardware und Software, das eine 360-Grad-Sicht um das Fahrzeug herum ermöglicht. Als Mobilitätsdienstleister ist MOIA der fehlende Baustein, um aus einem autonomen Fahrzeug und einem selbstfahrenden System einen autonomen Ridepooling-Service zu entwickeln. „Volkswagen investiert mit AD in die Zukunft der Mobilität. Es unterstreicht den strategischen Wandel von einem Automobilhersteller zu einem weltweit führenden, softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter. Das gemeinsame Pilotprojekt ist Wegbereiter für die Entwicklung von autonomen Mobilitätsdiensten von Volkswagen. In Hamburg schaffen wir die Grundlagen für die Entwicklung und Prüfung von Technologien und Betriebsabläufen entlang der vielschichtigen Wertschöpfungskette eines Mobilitätsdienstes“, erklärte Christian Senger, Bereichsleiter Autonomes Fahren bei VWN.

Ganzheitliches Entwicklungsprojekt: Technik, Betrieb und Kundenfeedback

Um den sicheren Einsatz der autonom fahrenden Fahrzeuge vorzubereiten, vermisst Argo AI ab dem vierten Quartal 2021 in einem ersten Schritt die Straßenzüge des initialen Testgebietes. Dafür werden die Argo-Testfahrzeuge im manuellen Betrieb durch die Stadt gefahren, um die Straßeninfrastruktur und lokale Verkehrsvorschriften im Testgebiet zu erfassen. Die Lage und Abstände von Ampeln, Radwegen Straßenschildern und weiteren Verkehrszeichen wird während dieses Vorgangs festgehalten. Zwei speziell geschulte Sicherheitsfahrer werden die Fahrzeuge beim Mapping und anschließenden Tests zum autonomen Fahren auf Hamburgs Straßen steuern. Nach Abschluss der ersten Test- und Entwicklungsphase werden VWN, MOIA und Argo vor dem öffentlichen Betrieb im Jahr 2025 Testfahrten mit und ohne Fahrgäste durchführen, um die Betriebsabläufe und das Nutzererlebnis eines automatisierten Pooling-Service optimal erproben zu können. Dazu gehört auch das Testen der Aufgaben im Fahrzeug, die aktuell vom Fahrer übernommen werden: Steigt die richtige Person zu, ist die Anzahl der Personen richtig, sitzen alle Personen auf ihren Plätzen, ist das Gepäck gut verstaut und wer ist Ansprechpartner für die Kunden bei Fragen? Die Entwicklung der notwendigen Technologie, um diese Aufgaben abbilden zu können, leistet MOIA. „Wir haben umfassende Erfahrung im Flottenbetrieb. Nun automatisieren wir die Abläufe im Service, wie zum Beispiel die Interaktion zwischen Fahrer und Fahrgästen, und das Flottenmanagement”, erklärte Robert Henrich.

Testgebiet für autonomes Fahren östlich der Alster

Das initiale Testgebiet liegt östlich der Alster. Es umfasst Teile von Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde und soll schrittweise ausgebaut werden. Das Testgebiet wurde anhand unterschiedlicher Kriterien ausgewählt. Hauptkriterium war, das autonome Ridepooling unter realen Bedingungen dort zu entwickeln, wo es die größte Wirkung entfalten kann. Die Stadtteile Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde bieten dafür ideale Voraussetzungen: Sie verfügen über komplexe Straßenverhältnisse mit vielen verkehrlichen Herausforderungen. Gleichzeitig kann autonomes Ridepooling hier in Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr verkehrsentlastend wirken. Zudem liegt das Gebiet in der Nähe des MOIA-Betriebshofs in Wandsbek, wo die AD-Testflotte stationiert sein wird.

Dank umfangreicher Testerfahrungen in mehreren Städten verfügt Argo über einen der größten Testbetriebe für autonomes Fahren, der sich mittlerweile über acht komplexe Stadtgebiete erstreckt. Argo wird die Erkenntnisse aus fast fünf Jahren Erprobung in den USA auf viele der Straßentypen und Szenarien anwenden, die in Europa vorherrschen. Argo testet sein selbstfahrendes System kontinuierlich durch Entwicklungstests im Labor, virtuelle Tests in einer simulierten Umgebung und auf zwei geschlossenen Teststrecken, darunter eine Anlage in München. „Der Betrieb auf öffentlichen Straßen ist ein Privileg, das wir bei Argo sehr ernst nehmen", sagte Reinhard Stolle, Vizepräsident von Argo München. „Sicherheit hat bei der Entwicklung und Erprobung unseres selbstfahrenden Systems oberste Priorität, und wir engagieren uns weiterhin für eine autonome Fahrtechnologie, die die Art und Weise, wie wir uns in Städten fortbewegen, verbessert - nicht nur für die Menschen, die in unseren Fahrzeugen mitfahren, sondern für alle, die die Straße teilen." Die autonomen Fahrzeuge, die auf dem künftigen ID. BUZZ basieren, verwenden eine Kombination aus Lidar-, Radar- und Kamerasystemen. Dies gewährleistet eine zuverlässige Erkennung der Umgebung sowohl in der unmittelbaren Nähe des Fahrzeugs als auch in einer weiteren Entfernung von 400 Metern.

Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg begrüßte das Pilotprojekt in Hamburg und unterstrich die Bedeutung für Hamburg als Mobilitätsstandort: „Wir wollen Hamburg zu Europas digitaler Modellstadt im Verkehrsbereich machen. Deswegen freuen wir uns über die Entscheidung von MOIA, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Argo AI, die Entwicklung einer der bedeutendsten Zukunftstechnologien im Mobilitätsbereich in den kommenden Jahren in Hamburg voranzutreiben. Aus meiner Sicht hat das autonome Fahren gerade in den Bereichen Ridepooling und Sharing ein riesiges Potenzial. Als Stadt Hamburg ist es unser erklärtes Ziel, den Nahverkehr in die Fläche zu bringen. Wenn wir es gemeinsam richtig anpacken, können die autonom fahrenden MOIA ein sehr wichtiges Puzzlestück werden, um auch die äußeren Bezirke und Stadtteile Hamburgs mit einem eng getakteten on demand Nahverkehr zu versorgen und die Mobilitätswende noch viel stärker in die Fläche zu bringen.”

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Über MOIA
MOIA ist ein Tochterunternehmen des Volkswagen Konzerns. Das Unternehmen entwickelt an den Standorten Berlin und Hamburg Mobilitätsdienstleistungen und arbeitet partnerschaftlich mit Städten und den vor Ort ansässigen öffentlichen Verkehrsträgern zusammen. Derzeit entwickelt und implementiert MOIA ein Ridepooling-System, um individuellen Autoverkehr zu vermeiden und die Straßeninfrastruktur effizienter zu nutzen. Städte werden von Stau, Lärm und Abgasen entlastet. MOIA bietet seinen Ridepooling-Service seit Sommer 2018 in Hannover an, mit Hamburg folgte am 15. April 2019 die erste Millionenstadt. Weitere Informationen unter www.moia.io.

Über die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge
“We transport success, freedom and future.“ Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) ist als eigenständige Marke im Volkswagen Konzern verantwortlich für Entwicklung, Bau und Vertrieb von leichten Nutzfahrzeugen. Dazu zählen die Baureihen Transporter, Caddy, Crafter und Amarok, die in Hannover (D), Poznań (PL), Września (PL) und Pacheco (ARG) produziert werden. Unsere Fahrzeuge befördern Bauarbeiter, Familien und Abenteurer, Brötchen, Pakete oder Surfbretter. Sie helfen jeden Tag unzähligen Menschen überall auf der Welt, einen guten Job zu machen, sie sind als mobile Werkstätten unterwegs und bringen Notärzte und Polizisten an ihren Einsatzort. VWN ist zudem im Volkswagen Konzern Leitmarke für Autonomes Fahren sowie für Mobility-as-a-Service (MaaS) und Transport-as-a-Service (TaaS), wird daher in Zukunft ebenso entsprechende Special Purpose Vehicles (SPV), etwa Robo-Taxis und -Transporter, entwickeln und bauen. So bewegen wir eine ganze Gesellschaft, mit all ihren Anforderungen an eine saubere, intelligente und nachhaltige Mobilität. An den Standorten weltweit sind mehr als 24.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon rund 15.000 am Standort Hannover. Weitere Informationen zu VWN finden Sie unter www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de.

Über Argo AI
Argo AI ist ein globales Unternehmen für autonome Fahrzeugtechnologieplattformen mit Hauptsitz in Pittsburgh, Pennsylvania. Das Unternehmen entwickelt in Zusammenarbeit mit führenden Autoherstellern, darunter Ford Motor Company und Volkswagen Nutzfahrzeuge, selbstfahrende Technologien, um die Mobilität in Städten für alle sicher, einfach und angenehm zu gestalten. Argo AI beschäftigt mehr als 1.200 Mitarbeiter mit Engineering-Zentren in Dearborn, Michigan; Cranbury, N. J.; Palo Alto, CA; und München, Deutschland. Argo testet derzeit autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen in Miami, Florida; Austin, Texas; und Washington D.C. sowie in Pennsylvania, Michigan und Kalifornien. Weitere Informationen zu Argo finden Sie unter www.argo.ai.

Ihre Ansprechpartner

Christoph Ziegenmeyer
Head of Communications
MOIA GmbH
christophz@moia.io
+49 172 177 66 82

Christian Buhlmann
Sprecher ID BUZZ, AD
Volkswagen Nutzfahrzeuge
christian.buhlmann@volkswagen.de
+49 152 2299 5603

Alan Hall
Communications Director
Argo AI
ahall32@argo.ai
+1 734 845 4410

Kontakt

Christoph Ziegenmeyer
Head of Communications for PR and Public Affairs
Jennifer Langfeldt
PR Managerin