Autonome Mobilität ist kein reines Technologieprojekt, sondern ein gesellschaftlicher Hebel. Richtig in das bestehende Verkehrssystem integriert, kann sie dazu beitragen, Mobilitätsangebote weiterzuentwickeln und gesellschaftliche Ziele wie Teilhabe, Verkehrssicherheit und eine effizientere Nutzung von Fahrzeugen und Verkehrsraum zu unterstützen. Studien und Verkehrssimulationen zeigen zudem, dass elektrisches und geteiltes Ridepooling unter bestimmten Rahmenbedingungen zur Verringerung verkehrsbedingter Emissionen beitragen kann. Bereits seit 2019 zeigt MOIA mit dem Ridepooling-Angebot in Hamburg, wie sich Fahrten sinnvoll und effizient bündeln lassen. Heute arbeitet MOIA daran, autonome Mobilität einzusetzen.
Autonome Mobilität: Wie MOIA gesellschaftlichen Mehrwert schafft
Autonome Mobilität als Hebel für weniger Verkehrsemissionen
Laut der Europäischen Umweltagentur verursacht der Verkehrssektor in Deutschland rund 22 Prozent der Treibhausgasemissionen. EU-weit liegt der Anteil bei knapp 30 Prozent, wobei der Großteil auf den Straßenverkehr entfällt. Während Industrie und Energiewirtschaft Emissionen senken konnten, stagniert der Verkehr seit Jahren.
Als elektrisches, geteiltes und in den öffentlichen Verkehr integriertes Angebot kann autonomes Ridepooling unter geeigneten Rahmenbedingungen dazu beitragen, verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren. Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Auslastung, Flottengröße, Leerfahrten, Modal Shift und den verkehrspolitischen Rahmenbedingungen ab. (Quelle: MOIA Deutschland-Simulation)
Elektrisches und geteiltes Ridepooling kann im Zusammenspiel mit weiteren Veränderungen des Verkehrssystems Auswirkungen auf Pkw-Nutzung, Verkehrsleistung und Emissionen haben. Durch Ridepooling steigt die Auslastung, weil Fahrgäste mit ähnlichen Routen gebündelt werden. Die MOIA Begleitforschung von KIT und TUM untersucht diese Zusammenhänge für unterschiedliche Zukunftsszenarien in Hamburg.
Im ambitioniertesten untersuchten Szenario der Begleitstudie, das neben einem stark ausgebauten autonomen Ridepooling-Angebot auch veränderte Rahmenbedingungen für den Pkw-Verkehr berücksichtigt, sinken sowohl Pkw-Anteil als auch Gesamtfahrleistung und CO₂-Emissionen. Die Ergebnisse zeigen damit Potenziale eines integrierten Ansatzes, nicht die garantierte Wirkung autonomer Fahrzeuge allein. Dank der 24/7-Verfügbarkeit autonomer Mobilitätsservices lassen sich autonome Fahrzeuge flexibel und bedarfsgerecht einsetzen, dichter takten und als attraktive Alternative zum eigenen Auto etablieren.
Eine wissenschaftliche Simulation zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung in Hamburg von KIT und TU München zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung in Hamburg zeigt, dass die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen in ambitionierten Szenarien mit stark ausgebautem Ridepooling und weiteren Veränderungen im Verkehrssystem sinken könnten.
Die Simulationsergebnisse zeigen, dass elektrisches und geteiltes Ridepooling als Teil eines integrierten Verkehrssystems unter geeigneten Rahmenbedingungen Potenzial zur Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen hat.
Lebenswertere Städte: Weniger Autos, mehr Raum
Private Pkw stehen laut Mobilitätsstudien rund 90 bis 95 Prozent ihrer Lebenszeit ungenutzt und beanspruchen dabei öffentlichen oder privaten Parkraum, vor allem in Großstädten. In Europa gibt es dafür bereits verschiedene Initiativen. In Amsterdam zum Beispiel sollen bis 2025 dort 11.200 Parkplätze entfallen. Damit soll Raum für Gehwege, Radinfrastruktur und Begrünung geschaffen werden.
Genau da kommt autonomes Ridepooling ins Spiel. Denn geteilte Mobilitätsangebote können dazu beitragen, Mobilitätsbedürfnisse mit einer gemeinsam genutzten Fahrzeugflotte abzudecken. Wie sich dies auf Fahrzeugbestand und Flächenbedarf auswirkt, hängt von Nutzung, Auslastung und den ersetzten Verkehrsmitteln ab.