27. Februar 2026

Wie MOIA mit autonomer Mobilität gesellschaftlichen Mehrwert schafft

Autonome Mobilität ist kein reines Technologieprojekt, sondern ein gesellschaftlicher Hebel. Richtig in das bestehende Verkehrssystem integriert, kann sie dazu beitragen, Mobilitätsangebote weiterzuentwickeln und gesellschaftliche Ziele wie Teilhabe, Verkehrssicherheit und eine effizientere Nutzung von Fahrzeugen und Verkehrsraum zu unterstützen. Studien und Verkehrssimulationen zeigen zudem, dass elektrisches und geteiltes Ridepooling unter bestimmten Rahmenbedingungen zur Verringerung verkehrsbedingter Emissionen beitragen kann. Bereits seit 2019 zeigt MOIA mit dem Ridepooling-Angebot in Hamburg, wie sich Fahrten sinnvoll und effizient bündeln lassen. Heute arbeitet MOIA daran, autonomMobilität einzusetzen.

Autonome Mobilität: Wie MOIA gesellschaftlichen Mehrwert schafft

Autonome Mobilität als Hebel für weniger Verkehrsemissionen

Laut der Europäischen Umweltagentur verursacht der Verkehrssektor in Deutschland rund 22 Prozent der Treibhausgasemissionen. EU-weit liegt der Anteil bei knapp 30 Prozent, wobei der Großteil auf den Straßenverkehr entfällt. Während Industrie und Energiewirtschaft Emissionen senken konnten, stagniert der Verkehr seit Jahren.  

Als elektrisches, geteiltes und in den öffentlichen Verkehr integriertes Angebot kann autonomes Ridepooling unter geeigneten Rahmenbedingungen dazu beitragen, verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren. Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Auslastung, Flottengröße, Leerfahrten, Modal Shift und den verkehrspolitischen Rahmenbedingungen ab. (Quelle: MOIA Deutschland-Simulation)

Elektrisches und geteiltes Ridepooling kann im Zusammenspiel mit weiteren Veränderungen des Verkehrssystems Auswirkungen auf Pkw-Nutzung, Verkehrsleistung und Emissionen haben. Durch Ridepooling steigt die Auslastung, weil Fahrgäste mit ähnlichen Routen gebündelt werden. Die MOIA Begleitforschung von KIT und TUM untersucht diese Zusammenhänge für unterschiedliche Zukunftsszenarien in Hamburg.

Im ambitioniertesten untersuchten Szenario der Begleitstudie, das neben einem stark ausgebauten autonomen Ridepooling-Angebot auch veränderte Rahmenbedingungen für den Pkw-Verkehr berücksichtigt, sinken sowohl Pkw-Anteil als auch Gesamtfahrleistung und CO₂-Emissionen. Die Ergebnisse zeigen damit Potenziale eines integrierten Ansatzes, nicht die garantierte Wirkung autonomer Fahrzeuge allein. Dank der 24/7-Verfügbarkeit autonomer Mobilitätsservices lassen sich autonome Fahrzeuge flexibel und bedarfsgerecht einsetzen, dichter takten und als attraktive Alternative zum eigenen Auto etablieren.

Eine wissenschaftliche Simulation zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung in Hamburg von KIT und TU München zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung in Hamburg zeigt, dass die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen in ambitionierten Szenarien mit stark ausgebautem Ridepooling und weiteren Veränderungen im Verkehrssystem sinken könnten.

Die Simulationsergebnisse zeigen, dass elektrisches und geteiltes Ridepooling als Teil eines integrierten Verkehrssystems unter geeigneten Rahmenbedingungen Potenzial zur Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen hat.

Lebenswertere Städte: Weniger Autos, mehr Raum

Private Pkw stehen laut Mobilitätsstudien rund 90 bis 95 Prozent ihrer Lebenszeit ungenutzt und beanspruchen dabei öffentlichen oder privaten Parkraum, vor allem in Großstädten. In Europa gibt es dafür bereits verschiedene Initiativen. In Amsterdam zum Beispiel sollen bis 2025 dort 11.200 Parkplätze entfallen. Damit soll Raum für Gehwege, Radinfrastruktur und Begrünung geschaffen werden. 

Genau da kommt autonomes Ridepooling ins Spiel. Denn geteilte Mobilitätsangebote können dazu beitragen, Mobilitätsbedürfnisse mit einer gemeinsam genutzten Fahrzeugflotte abzudecken. Wie sich dies auf Fahrzeugbestand und Flächenbedarf auswirkt, hängt von Nutzung, Auslastung und den ersetzten Verkehrsmitteln ab.

Geteilte Fahrten entlasten die Straßen, und somit die Transport-Emissionen.

Was Simulationen über die Verkehrs- und Emissionswirkung von Ridepooling zeigen

Technologie für mehr Verkehrssicherheit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit jährlich rund 1,19 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Autonome Fahrzeuge überwachen ihre Umgebung permanent mithilfe von Sensorik wie LiDARe, Radare und Kamerasystemen. Sie werden nicht müde, nicht abgelenkt und können in Millisekunden reagieren. MOIA testet in diversen Städten weltweit autonome Fahrzeuge im realen Stadtverkehr, um das autonome System und Sicherheitssysteme kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Soziale Teilhabe: Mobilität für mehr Inklusion

Eine Gesellschaft braucht inklusive und flexible Lösungen, um von A nach B zu kommen. Mit der zunehmenden Alterung Europas steigt der Bedarf an barrierefreien Mobilitätsangeboten, wie Eurostat-Daten zur Bevölkerungsentwicklung zeigen. Für ältere Menschen oder Personen mit Einschränkungen bedeutet der Verlust der Fahrerlaubnis oft auch ein Stück verlorene Selbstständigkeit. Inklusive Mobilität statt Autobesitz ist eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Studien zu On-Demand Ridepooling zeigen, dass integrierte, rollstuhlgerechte Angebote wie in Hamburg die Zugänglichkeit deutlich erhöhen und eine hohe Zufriedenheit bei Nutzerinnen und Nutzern mit Mobilitätseinschränkungen erzeugen, was neue Erkenntnisse für die Entwicklung skalierbarer Mobilitätslösungen liefert. 

Gleichzeitig wird deutlich: Um aktuelle Herausforderungen im Verkehr zu bewältigen, reicht der Ausbau des klassischen ÖPNV allein nicht aus. Es braucht flexible und komfortable Angebote, die Lücken schließen, Randzeiten abdecken und Menschen auch dort erreichen, wo feste Linien an Grenzen stoßen. Ergänzend zum ÖPNV kann Ridepooling als integrierter Bestandteil des öffentlichen Verkehrs einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, indem es als Zubringer dient und so Barrieren für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen weiter abbaut.

MOIA zeigt bereits heute, wie digitale On-Demand Mobilität funktioniert: per App buchbar, mit flexiblen Haltepunkten und gebündelten Fahrten. Eingebettet in den ÖPNV kann Ridepooling so das bestehende Netz stärken und ergänzen. Autonome Mobilität kann diese Flexibilität künftig weiter erhöhen, beispielsweise durch längere Betriebszeiten. Mobilität wird stärker vom Besitz eines eigenen Autos entkoppelt und als verlässlicher Service für alle zugänglich. In Hamburg bietet MOIA bereits seit 2023 ein barrierearmes Mobilitätsangebot an.

Autonome Mobilität schafft neue Arbeitsplätze und Berufsfelder 

MOIA versteht autonomes Ridepooling als Teil einer langfristigen Mobilitätsstrategie, die technologische Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen verbindet und Mobilitätsangebote effizienter, flexibler und zugänglicher machen soll. Doch autonomes Fahren verändert nicht nur die Mobilität, sondern schafft dabei auch zukunftsweisende Berufsfelder und neue berufliche Perspektiven und Jobs, von der Flottensteuerung über Softwareentwicklung bis zum Remote-Support. Denn hinter jeder technologischen Innovation stehen Menschen, die sie entwickeln, betreiben und weiterdenken.

Du hast Lust mit uns die Mobilität von morgen zu gestalten? Hier geht’s zu unseren aktuellen Stellenangeboten 

Autonome Mobilität bringt neue Jobchancen und Perspektiven mit sich.

Autonome Mobilität bringt neue Jobchancen und Perspektiven mit sich.

Autonome Mobilität wird konkret 

Autonome Mobilität ist keine abstrakte Vision mehr. Der heutige Ridepooling-Betrieb und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, welche Potenziale sich aus der Verbindung von geteilter, elektrischer und künftig autonomer Mobilität ergeben können, unter anderem für Teilhabe, die Nutzung städtischer Flächen und unter geeigneten Rahmenbedingungen auch für die Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen.

Quellen: 

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