¡Hoy no Circula! – 5 Mobilitäts-Fakten über Mexico City

Mexiko: Heimat der scharfen Küche, der Traumstrände, Mayaruinen und tanzbarer Musik.

Viele haben touristische Vorstellungen von Mittelamerika, doch wie es konkret auf den Straßen der Hauptstadt Mexikos aussieht, wissen nicht viele. Deshalb klären wir auf: Es geht weiter in unserer MOIA Mobilitätsmeisterschaft. Hier sind fünf Mobilitäts-Fakten über Mexico City. 

 

1.     Luftverschmutzung: Dieser Titel ist gar nicht weltmeisterlich

Über mehrere Jahre die Spitzenposition gehalten, doch gejubelt hat in Mexico City niemand über diesen „Weltmeistertitel“. 1992 ernannte man Mexico-City erstmals zur Stadt mit der weltweithöchsten Luftverschmutzung. Immerhin hat sich die Situation in Mexico City in den vergangenen Jahrzenten etwas gebessert. Intensive Mobilitäts-Maßnahmen, wie der Autofreie Wochentag, und Investitionen in das zeitweise zu den größten und leistungsfähigsten der Welt gehörende U-Bahn-Netz konnten die Lage zumindest ein wenig entschärfen. 

 

2.     Hoy no Circula: Heute bleibt das Auto stehen

Das Programm „Hoy no Circula“ ist simpel und auf den ersten Blick effektiv. Einmal in der Arbeitswoche müssen die Einwohner von Mexico City ihr Auto stehen lassen. Erste Erfolge haben sich zwar bemerkbar gemacht, doch werden mit dieser Regelung leider nur  Symptome bekämpft. Wer es sich leisten kann, fährt an dem Tag, an dem das eine Auto stehenbleiben muss, einfach mit seinem anderen Auto. Viele Bürger der Stadt sehen keine andere Möglichkeit, als alleine mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, da das öffentliche Verkehrssystem so unzureichend ausgebaut sei. 

 

3.     Attraktionen legen die Stadt lahm

Zu den Hauptattraktionen in Mexico City gehören die sogenannten schwimmenden Gärten von Xochimilco. Wenngleich dieser Teil auch an ein Mexico City erinnert, in dem der Verkehr noch kein so großes Problem war, so verursacht dieser vor allem bei Touristen beliebte Ort regelmäßige Staus. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Fußball. Die Mexikaner erfreuen sich an einer aktiven Fußballkultur, doch auch hier kapituliert das Verkehrsnetz unter der hohen Belastung. Hinzu kommt, dass im nationalen Fußball in Mexiko jährlich zwei Meisterschaften ausgespielt werden. Der Fußball-Fan in uns jubelt bei dem Gedanken, aber nur, wenn man zu den Spielen nicht mit dem Auto anreisen muss.

 

4.     2.500 Verkehrspolizisten im Einsatz

Gerne wird in Action-Filmen der Posten als Verkehrspolizist als unspektakulär und langweilig dargestellt. In Mexico City ziehen täglich 2.500 Einsatzkräfte ins Feld und fungieren als strenge Schiedsrichter im Straßenverkehr. Die Policía de Tránsito ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mexico City sich buchstäblich mit Händen und Füßen gegen die erdrückende Last des Stadt-Verkehrs wehrt. Leider gab es dennoch immer wieder Rückschläge im Bestreben, Mexico City den Menschen zurückzugeben. Maßnahmen wie „Hoy no Circular“ griffen nicht wie geplant und das einst so vielversprechende U-Bahn-Netz hielt mit der Entwicklung der Stadt nicht schritt.

 

5.     Busse und Bikes als Stau-Brecher

So angespannt die Lage in den vergangenen Jahrzehnten auch war, so wird man in Mexico City nicht müde, weiter um die Stadt zu kämpfen. Es wurden 450 Millionen Dollar in das Programm namens „Metrobus“ gesteckt. 2006 ersetzten 212 nachhaltige Busse der Linie 1 372 alte Busse und beschleunigten den Verkehr erheblich und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h. Mittlerweile gibt es sieben Metrobus-Linien. Gegenüber der technischen Seite steht die reine Muskelkraft des einzelnen Einwohners. Wie auch in vielen deutschen Städten treten die Mexikaner regelmäßig in die Pedale von Leihfahrrädern. Auch die sogenannten rotweißen „Ecobici“ tragen ihren Teil zum Rückgewinn von Mexico City bei. Mit insgesamt 6500 und 452 Stationen bietet Mexico City das fünft-größte Bike-Sharing Netz der Welt und steigerte damit die Nutzung von Fahrrädern in der Stadt um 35% in den letzten fünf Jahren.