22. Juli 2026

Autonome Mobilität in Hamburg: MOIA startet Testphase mit Fahrgästen

  • MOIA startet in Hamburg eine neue Testphase, bei der ausgewählte externe Fahrgäste autonome Fahrten im realen Stadtverkehr erleben können.
  • Im Mittelpunkt stehen sowohl die Technologie als auch die Erfahrung der Nutzerinnen und Nutzer: Getestet werden das gesamte System, von der Buchung über die MOIA App bis zur autonomen Fahrt, sowie das Feedback der Fahrgäste.
  • Die Testphase ist Teil des Forschungsprojekts ALIKE und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Einführung autonomer Ridepooling-Angebote als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr dar.

MOIA startet Testphase für autonome Mobilität mit Fahrgästen

Autonome Mobilität wird in Hamburg erlebbar. MOIA startet eine neue Testphase, in der ausgewählte, externe Fahrgäste autonome Fahrten im realen Stadtverkehr erleben können. Damit erreicht das Projekt einen wichtigen Meilenstein: Aus der technischen Erprobung wird eine Erfahrung im Alltag. 

In den ersten Testphasen lag der Fokus vor allem auf der Technologie. Sensorik, Software und Fahrverhalten wurden unter realen Bedingungen intensiv getestet. Seit vergangenem Jahr finden Fahrten mit MOIA Mitarbeitenden und ausgewählten Nutzer*innen statt. Nun öffnet sich der Testbetrieb erstmals für externe Nutzerinnen und Nutzer in Hamburg. 

Autonom unterwegs – der Ablauf bleibt wie gewohnt 

Für die Fahrgäste unterscheidet sich der Ablauf kaum vom bekannten MOIA Ridepooling-Angebot. Die Fahrt wird wie gewohnt über die App gebucht, anschließend steigen die Fahrgäste ein und werden an ihr Ziel gebracht. Wie beim bestehenden MOIA-Angebot werden Fahrgäste mit ähnlichen Routen in einem Fahrzeug gebündelt. Der Ein- und Ausstieg erfolgt an virtuellen Haltepunkten entlang der Strecke. Der entscheidende Unterschied: Das Fahrzeug fährt autonom. 

Zum Start umfasst das Testgebiet Teile von Winterhude, Barmbek und Wandsbek. Unterschiedliche Verkehrssituationen bieten ideale Voraussetzungen, um den autonomen Betrieb unter realen Bedingungen zu erproben. Während jeder Fahrt befindet sich weiterhin eine speziell geschulte Sicherheitsfahrerin oder ein Sicherheitsfahrer an Bord, die das System überwachen und bei Bedarf jederzeit eingreifen können. 

Im Mittelpunkt der Testphase stehen nicht nur technische Fragen, sondern auch die Perspektive der Fahrgäste. Wie ist das Erlebnis einer autonomen Fahrt? Wie funktioniert die Buchung über die MOIA-App? Wie fügt sich das Angebot in den bestehenden Verkehr ein? Und an welchen Stellen lässt sich das Gesamtsystem weiter verbessern?

Ein autonomer MOIA ID. Buzz fährt während der Testphase mit Fahrgästen durch den Hamburger Stadtverkehr. | © MOIA

Hamburg, you're on board!

MOIA als Teil des ALIKE-Projekts 

Die Testphase ist Teil des vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Forschungs- und Innovationsprojekts ALIKE. Ziel des Projekts ist es, autonome Mobilität schrittweise in den urbanen Alltag zu integrieren. Dabei stehen neben den Fahrzeugen das Zusammenspiel von Technologie, Stadt und Menschen im Fokus. 

Unter der Gesamtprojektleitung der HOCHBAHN arbeiten MOIA, HOLON, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende gemeinsam an der Umsetzung und wissenschaftlichen Begleitung. 

Hamburg dient dabei als realer Erprobungsraum. Die Erkenntnisse aus den Testfahrten fließen in den europäischen Wissensaustausch ein und unterstützen die Weiterentwicklung autonomer Mobilitätsangebote. 

Autonome Mobilität lernt im realen Verkehr 

Autonome Mobilität entwickelt sich vor allem dort weiter, wo sie unter realen Bedingungen getestet wird. Deshalb testet MOIA seine Technologie weltweit in unterschiedlichen Einsatzszenarien. 

Neben Hamburg sammelt MOIA an weiteren Standorten in Deutschland, Norwegen und den USA Erfahrungen mit autonomen Mobilitätsangeboten. Die unterschiedlichen Verkehrs- und Umweltbedingungen helfen dabei, die Technologie unter realen Einsatzbedingungen weiter zu optimieren und auf den zukünftigen Einsatz im Alltag vorzubereiten. 

Hamburg geht mit der Testphase nun einen Schritt weiter: Hier wird erstmals das gesamte System getestet, von der Buchung über die MOIA-App bis hin zur autonomen Fahrt mit externen Fahrgästen. 

Ein weiterer Schritt Richtung Serienbetrieb 

Mit der neuen Testphase erreicht das Projekt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum regulären Betrieb autonomer Mobilitätsangebote. Die Erfahrungen der Fahrgäste liefern wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung des Systems und helfen dabei, autonome Mobilität gemeinsam mit den Menschen zu gestalten, die sie künftig nutzen werden. 

Langfristig soll autonomes Ridepooling den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzen: flexibel und effizient. Gleichzeitig schaffen die Erkenntnisse aus Hamburg eine wichtige Grundlage, um die MOIA-Plattform schrittweise in weitere Märkte zu bringen.