08. Oktober 2024

Autonomes Ridepooling: Was ist das? 

Ein wichtiger Baustein für eine flexible und zukunftssichere Mobilität. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Funktion, die Vorteile, die Chancen und Herausforderungen des autonomen Ridepoolings

Die Mobilität der Zukunft nimmt Gestalt an: Städte wachsen, Verkehrsbedürfnisse verändern sich und damit steigen die Anforderungen an leistungsfähige Mobilitätsangebote – sowohl technologisch als auch gesellschaftlich – bietet hierbei enorme Potenziale. Autonomes Ridepooling ergänzt den klassischen ÖPNV und eröffnet die Möglichkeit einer neuen Form der Mobilität, die flexibler und effizienter ist. Die Etablierung solcher Services geht auf die steigende Nachfrage nach bedarfsgerechter Mobilität ein und gestaltet den Weg in eine innovative und lebenswerte Zukunft.

Durch autonomes Ridepooling eröffnen sich neue Möglichkeiten

Autonomes Ridepooling in Hamburg

Dabei kommt der Mobilitätswende eine bedeutende Rolle zu: Im Rahmen des Hamburg-Takts verfolgt die Stadt das Ziel, dass Hamburger*innen bis 2030 80 Prozent ihrer Wege im Umweltverbund zurücklegen können, also zu Fuß, mit dem Rad und dem ÖPNV, ergänzt um bedarfsgerechte Mobilitätsangebote wie Ridepooling.

Als Teil des ÖPNV gestaltet MOIA die Mobilitätswende in Hamburg bereits jetzt aktiv mit. Seit 2019 befördert MOIA-Kund*innen in der Hansestadt von A nach B, ohne dass sie sich mit den Herausforderungen des städtischen Verkehrs auseinandersetzen müssen. Wenn wir unsere Flotte in den kommenden Jahren um das autonome Ridepooling ergänzen, so bieten wir unseren Kund*innen eine höhere Verfügbarkeit: Die Technologie ermöglicht einen nahezu kontinuierlichen Service, da autonome Fahrzeuge ohne Pausen operieren und somit zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar sind. Wir sind daher überzeugt, dass autonomes Ridepooling nicht nur für eine effizientere Fortbewegung sorgt, sondern auch das Fahrgasterlebnis bereichert. 

Was ist autonomes Ridepooling?

Beim Ridepooling werden Fahrzeuge mithilfe eines Algorithmus’ so eingesetzt, dass Fahrten in eine ähnliche Richtung intelligent zusammengefasst werden. So können Ridepooling-Dienste den klassischen ÖPNV ergänzen und haben sich in dieser Form bereits in vielen Städten etabliert. Um das volle Potenzial des Ridepooling-Konzepts für die Mobilitätswende auszuschöpfen und es sowohl operativ als auch wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen, sind große Flotten erforderlich. Die dafür benötigte große Anzahl an Fahrpersonal ist aufgrund des Fachkräftemangels jedoch nicht verfügbar. Autonomes Ridepooling bietet dafür eine Lösung.

Die Grundlage für unseren autonomen Ridepooling-Service bei MOIA bildet der von Volkswagen Nutzfahrzeuge entwickelte autonome ID. Buzz, ausgestattet mit Kameras, Lidars und Radaren. Bereits seit 2022 laufen unsere autonomen Tests mit dieser Technologie in Hamburg. Derzeit überwachen speziell ausgebildete Sicherheitsfahrer*innen die Testfahrten.  

MOIA ID. Buzz AD in Hamburg 

Welche Voraussetzungen müssen für autonomes Ridepooling gegeben sein?

Die enge Zusammenarbeit mit Regionen und Nahverkehrsunternehmen ist ein zentraler Pfeiler der MOIA-Strategie. So arbeiten wir z. B. in unserem ALIKE-Projekt* in Hamburg daran, autonomes Ridepooling mit ÖPNV-Betreibern und weiteren Fahrzeugherstellern autonomer Fahrzeuge in den ÖPNV zu integrieren und somit eine Blaupause für weitere europäische Städte zu schaffen.

Für eine detaillierte Analyse der Voraussetzungen und Faktoren haben wir außerdem das MIA-Tool entwickelt: Dieses ermöglicht es, ökologische, ökonomische und soziale Zieldimensionen gemeinsam zu betrachten. So können Städte, Kommunen, Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen unterschiedliche Mobilitätsszenarien analysieren, deren mögliche Auswirkungen vergleichen und Zielkonflikte bei der Ausgestaltung neuer Mobilitätsangebote berücksichtigen. 

MIA bietet eine durchgängige digitale Erprobung einer Mobilitätsdienstleistung – von der Analyse über die Konzeption bis hin zur virtuellen Betriebssimulation in manuellen oder autonomen Flotten innerhalb eines repräsentativen Mobilitätsabbilds der Stadt und deren Umgebung. 

Welche Vorteile bietet autonomes Ridepooling?

Autonome Ridepooling-Flotten lassen sich effizienter und flexibler an Stoßzeiten anpassen. Besonders morgens und abends steigt das Verkehrsaufkommen durch Pendler*innen erheblich an, während es zu anderen Tageszeiten merklich abnimmt. Ohne Fahrpersonal kann die Anzahl der Fahrzeuge außerdem erhöht und dadurch mehr Passagier*innen zur Verfügung gestellt werden. Dazu wird das Ridepooling-Angebot für autonome Flotten flexibler in Bezug auf die Zuverlässigkeit, da durch das fehlende Fahrpersonal weder Pausen einzuhalten sind noch Ausfälle aufgrund von Krankheit drohen. Die autonome Flotte kann genau dort eingesetzt werden, wo die Nachfrage erwartet wird.  

Die Technologie des autonomen Fahrens ermöglicht es also insgesamt, geteilte Mobilität hochverfügbar, effizient und kostengünstig in die Fläche zu bringen, was insbesondere in Randgebieten sowie für mobilitätseingeschränkte Menschen von Vorteil ist. Zusätzlich löst das autonome Fahren die Herausforderung des bereits heute bestehenden Personalmangels für den Betrieb von Bussen und Bahnen. Dieser Fachkräftemangel wird sich durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Welchen Service bietet MOIA rund um autonomes Ridepooling an? 

Für den Fortschritt in der Mobilitätswende sind starke Partnerschaften unerlässlich. Daher haben wir unser Ridepooling-System geöffnet und bieten Regionen, Städten und Nahverkehrsunternehmen durch die Einführung unseres Lizenzmodells alle erforderlichen Services auch für autonomes Ridepooling an. Das Lizenzmodell umfasst neben Servicekonzeption und -beratung auch Betriebsmodelle, wie die notwendige, vollständig integrierte Ridepooling- und Betriebssoftware. Diese Lösung kann an die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen von Städten, Regionen und Verkehrsunternehmen angepasst werden.  

Autonomes Ridepooling bietet folglich großes Potenzial für die Veränderung und Entlastung der Mobilität. MOIA testet bereits autonome Fahrzeuge und bietet mit seinem Lizenzmodell eine schlüsselfertige Ridepooling-Lösung für Städte und Regionen.

* Gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen der Förderrichtlinie "Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren" (ALIKE).