23. September 2026

Das Potenzial für Transport as a Service: Autonome Mobilität für die letzte Meile

Ein Transport-as-a-Service-Fahrzeug von MOIA und Volkswagen Nutzfahrzeuge steht am Hamburger Hafen, während eine Person Transportboxen auf einer Sackkarre bewegt.

Auf der IAA Transportation in Hannover haben MOIA und Volkswagen Nutzfahrzeuge mit ihrer Studie zu Transport as a Service (TaaS) gezeigt, wie sich die Technologien aus der autonomen Personenmobilität perspektivisch auch für den Gütertransport nutzen lassen könnten. Lukas Haupt aus dem Corporate Development Innovation Team von MOIA ordnet im Interview ein, was die Studie untersucht und welche Möglichkeiten und Anwendungsfälle sich dabei für die Delivery-Branche zeigen.

Was ist Transport as a Service?

Transport as a Service lässt sich zunächst sehr breit verstehen. „Im Kern geht es um eine Dienstleistung für Transporte und Zustellungen”, erklärt Lukas Haupt. In der Studie zu TaaS richtet MOIA den Blick vor allem auf die letzte Meile. Damit ist der allerletzte Abschnitt einer Lieferung gemeint, bei dem eine Sendung von einem Verteilzentrum oder Lager aus auf kurzer, meist städtischer Strecke direkt zum gewerblichen oder privaten Kunden gebracht wird, dabei kann es sich um Next-Day-, Same-Day- oder Instant-Delivery handeln. Genau in diesem städtischen Umfeld ist MOIA schon heute aktiv und unterstützt Verkehrs- und Mobilitätsunternehmen mit Lösungen für autonome Mobilität im Personentransport.

MOIA auf der IAA Transportation

Lukas Haupt im Gespräch auf der IAA Transportation in Hannover.
Lukas Haupt aus dem Corporate Development Innovation Team von MOIA auf der IAA Transportation. 

Warum untersucht MOIA das Thema Transport as a Service?

Mit der TaaS-Studie untersucht MOIA, welchen Beitrag autonome Mobilität perspektivisch zur Bewältigung von Herausforderungen der Transport- und Logistikbranche leisten könnte.

Dabei zeigte sich früh eine Parallele zu Mobility as a Service (MaaS). Nicht nur das Fahren selbst, auch Nebenaufgaben wie die Übergabe der Ware müssen mitgedacht werden. Um besser zu verstehen, wie ein solcher Übergabeprozess funktionieren könnte, hat das Team im Rahmen der Studie ein Konzeptfahrzeug auf Basis des autonomen ID. Buzz mit einem Prototyp für ein dynamisches Paketfach ausgestattet, gezeigt auf der IAA Transportation. Der Prototyp macht vor allem den Ablauf und die Kundenerfahrung greifbar und liefert dazu wertvolles Feedback von möglichen Anwender*innen.

Autonome Mobilität in der Lieferbranche

Beladung für Transport as a Service
Autonome Mobilität kann perspektivisch Herausforderungen bei der Lieferung von Waren lösen.

Welche Rolle kann autonome Mobilität für Transport as a Service spielen?

Aus Sicht von Lukas ähneln die Herausforderungen im Transportsektor jenen im Personenverkehr, sind jedoch zugespitzt. Es gebe einen spürbaren Fahrermangel, und gleichzeitig steigen die Kundenanforderungen. „Man will nicht mehr Next-Day-Delivery, sondern eher Same-Day und Instant Delivery”, so Lukas. Hinzu kommt ein wachsendes Versandvolumen, das schon heute an Spitzentagen wie Black Friday oder rund um Weihnachten für Engpässe sorgt.

Aus Sicht von MOIA könnten autonome Fahrzeuge hier ansetzen. „Autonome Mobilität ermöglicht es Logistik- und Versandunternehmen, dieses Wachstum mitzugehen und so den Kundenanforderungen gerecht zu werden.”, sagt Lukas. Durch autonome Mobilität ließen sich beispielsweise auch flexiblere Zustellzeiten ohne feste Schichtenden umsetzen, wodurch sich beispielsweise Zeiten mit besonders viel Verkehr vermeiden lassen.

Für die Studie hat MOIA vor allem Anwendungsfälle betrachtet, bei denen Kund*innen in der Regel vor Ort sind und die Lieferung zeitkritisch oder wertig ist, etwa Lebensmittelzustellung, spontane Kurierfahrten oder dringende, hochwertige Sendungen. Grundsätzlich sind aber auch klassiche B2B-cases, wie die Belieferung von Apotheken, relevante Use Cases.

Technisch sieht das Team viele Überschneidungen zum bestehenden MaaS-Betrieb. Lukas sagt: „Wir gehen davon aus, dass es zu großen Teilen Synergien gibt. So kann zum Beispiel die Technologie, Software und Betriebsprozesse, die für Mobility as a Service entwickelt wurde, in andere Use Cases übertragen werden.” Ein zentraler Unterschied ist, dass es statt eines Passagiermanagements ein Management braucht, das die gesicherte und gesetzeskonforme Beförderung von Gütern sicherstellt.

Wie groß die Bereitschaft auf Kundenseite für ein solches Modell wäre, hat MOIA in einer externen Befragung von rund 4.000 bis 5.000 online bestellenden Personen abgefragt. 70 bis 80% Prozent gaben an autonome Lieferungen nutzen zu wollen.

Ein Transport-as-a-Service-Fahrzeug von MOIA und Volkswagen Nutzfahrzeuge steht in einem städtischen Wohngebiet neben einer Person am Straßenrand.

TaaS vehicle

Was die TaaS-Studie zeigt

Mit der TaaS-Studie untersucht MOIA, welches Marktpotenzial autonome Mobilität für den Transport- und Logistikbereich haben könnte und welche Anwendungsfälle dafür besonders geeignet erscheinen.

Das auf der IAA Transportation gezeigte Fahrzeug, die dazugehörigen Services, wie die Bestellung und Abholung der Ware mit einer App, und die möglichen Anwendungsfälle geben Einblicke darein, welches Potenzial autonome Technologien für die Delivery-Branche bieten kann.