Aus Sicht von Lukas ähneln die Herausforderungen im Transportsektor jenen im Personenverkehr, sind jedoch zugespitzt. Es gebe einen spürbaren Fahrermangel, und gleichzeitig steigen die Kundenanforderungen. „Man will nicht mehr Next-Day-Delivery, sondern eher Same-Day und Instant Delivery”, so Lukas. Hinzu kommt ein wachsendes Versandvolumen, das schon heute an Spitzentagen wie Black Friday oder rund um Weihnachten für Engpässe sorgt.
Aus Sicht von MOIA könnten autonome Fahrzeuge hier ansetzen. „Autonome Mobilität ermöglicht es Logistik- und Versandunternehmen, dieses Wachstum mitzugehen und so den Kundenanforderungen gerecht zu werden.”, sagt Lukas. Durch autonome Mobilität ließen sich beispielsweise auch flexiblere Zustellzeiten ohne feste Schichtenden umsetzen, wodurch sich beispielsweise Zeiten mit besonders viel Verkehr vermeiden lassen.
Für die Studie hat MOIA vor allem Anwendungsfälle betrachtet, bei denen Kund*innen in der Regel vor Ort sind und die Lieferung zeitkritisch oder wertig ist, etwa Lebensmittelzustellung, spontane Kurierfahrten oder dringende, hochwertige Sendungen. Grundsätzlich sind aber auch klassiche B2B-cases, wie die Belieferung von Apotheken, relevante Use Cases.
Technisch sieht das Team viele Überschneidungen zum bestehenden MaaS-Betrieb. Lukas sagt: „Wir gehen davon aus, dass es zu großen Teilen Synergien gibt. So kann zum Beispiel die Technologie, Software und Betriebsprozesse, die für Mobility as a Service entwickelt wurde, in andere Use Cases übertragen werden.” Ein zentraler Unterschied ist, dass es statt eines Passagiermanagements ein Management braucht, das die gesicherte und gesetzeskonforme Beförderung von Gütern sicherstellt.
Wie groß die Bereitschaft auf Kundenseite für ein solches Modell wäre, hat MOIA in einer externen Befragung von rund 4.000 bis 5.000 online bestellenden Personen abgefragt. 70 bis 80% Prozent gaben an autonome Lieferungen nutzen zu wollen.