#AskMOIAanything – Heute: Unser Ridesharing-Konzept

Du fragst – wir antworten!

Aus unserer Community erreichen uns täglich viele spannende und teilweise auch kritische Fragen. Und das ist okay! Unser Konzept ist neu und unser Ridesharing-Service noch nicht lange auf der Straße. Wir lernen uns gerade erst kennen. Dabei ist Ehrlichkeit natürlich das Wichtigste. Daher beantworten wir gerne eure Fragen, damit wir uns auch in Zukunft gut verstehen. In unserer neuen Reihe #AskMOIAanything stehen wir euch ab sofort Rede und Antwort. Los geht’s!  

 

Man sieht auch mal leere MOIAs in Hannover. Wie viele Kunden hat MOIA? Ist das Konzept erfolgreich?

Grundsätzlich sorgt unser Algorithmus dafür, dass das MOIA Fahrzeug nicht ohne Fahrgäste unterwegs ist und MOIA Nutzer, die einen ähnlichen Weg haben, gemeinsam fahren. Nach dem Ende unseres Servicetests und mit Start des Regelbetriebs haben wir einen wirtschaftlich tragbaren Betrieb etabliert, und damit einen realistischen Preis. Natürlich war das zuerst mal eine Umgewöhnung. Heute ist es so, dass eure Nachfrage zu manchen Tageszeiten sogar unsere Kapazitäten übertrifft und wir gar nicht alle Anfragen bedienen können. Aktuell haben wir bereits über 50.000 registrierte Kunden. Damit ist rein rechnerisch fast jeder zehnte Hannoveraner Einwohner ein MOIA Kunde. Pro Tag registrieren sich derzeit bis zu 500 Neukunden. Parallel zur steigenden Kundenzahl wächst auch die Nutzungsintensität von MOIA sowie die Auslastung der Fahrzeuge kontinuierlich. Mittlerweile sind in Spitzenzeiten bis zu 60 Prozent unserer Fahrten geteilt – Tendenz steigend. Die positiven Zahlen zeigen uns, dass MOIA von den Hannoveranern sehr gut angenommen wird und Ridesharing als Teil der öffentlichen Mobilität der Stadt funktioniert.

 

Warum müssen die MOIA Fahrzeuge immer in Bewegung sein, obwohl sie keinen Fahrgast haben?

Damit wir unseren Service in Hannover anbieten dürfen, mussten wir uns an einige Auflagen der Stadt halten und die Voraussetzungen unserer Genehmigung erfüllen. Gemäß dieser Auflagen durften die MOIA Fahrzeuge ursprünglich nicht für längere Zeit an den Straßen parken, sondern mussten bewegt werden. Das führte dazu, dass MOIA Fahrzeuge auch leer unterwegs waren. Wir haben dieses Problem erkannt und mit der Stadt gesprochen und nun die Möglichkeit erhalten, auch zu parken. Selbstverständlich achten wir darauf, keine Anwohner beim Parken zu behindern und halten uns auch hier an die gesetzlichen Regelungen.

 

Wie setzt sich euer Fahrpreis zusammen? Warum zahlt man mit mehreren Personen mehr als alleine?

Wir berechnen für unsere Fahrten einen Preis, der über dem des ÖPNV liegt und günstiger ist als das Taxi. Der ÖPNV ist der wichtigste Verkehrsträger einer Stadt, um den Individualverkehr zu reduzieren. Deshalb liegt unser Fahrpreis über dem Preis einer Einzelfahrt mit dem ÖPNV. Dieses Interesse teilen wir auch mit der Stadt: Es ist eine Bedingung in der Genehmigung, dass eine Fahrt mit MOIA teurer sein muss als eine Einzelfahrt mit dem ÖPNV.

Der Preis eurer Fahrt wird auf Basis unterschiedlicher Faktoren, wie z.B. Wochentag, Tageszeit, Nachfrage, und auch nach der Anzahl der Sitzplätze berechnet. Bucht man für sich alleine, kostet dieser Sitzplatz im Verhältnis mehr, als z.B. der zweite Sitzplatz, den man für jemanden dazu bucht. D.h., du zahlst zum Beispiel nicht doppelt so viel, wenn du für zwei Personen buchst. Zusammen fahren lohnt sich also.

 

Warum müssen Umwege gefahren werden?

MOIA bedient Fahrtanfragen verschiedener Personen, die in eine ähnliche Richtung unterwegs sind. Über unseren Algorithmus werden diese miteinander kombiniert, die Routen geplant sowie Fahr- und Ankunftszeiten individuell berechnet. Durch die Bündelung von Einzelfahrten wird der Straßenraum effizienter genutzt: Das spart Emissionen und Lärm und entlastet die Straßen. Und macht die Stadt so zu einem lebenswerteren Ort.

Wir lassen euch – entsprechend unseres Konzeptes und auch der Anforderungen der Genehmigung für unseren Ridesharing-Service – an ausgewählten Haltepunkten ein- und aussteigen. Diese Haltepunkte werden sorgfältig unter Aspekten der Verkehrssicherheit und entsprechend der Regelungen der StVO ausgewählt. Die Haltepunkte befinden sich daher auf einer spezifischen Straßenseite. Auch hier passen wir unsere Routenführung an, um das unsichere Wenden der Fahrzeuge zu vermeiden. Obwohl unsere Fahrwege dementsprechend nicht immer der intuitiven Routenerwartung entsprechen, verlängern sich Fahrdauer und Strecke in der Regel nur in äußerst geringem Maße. Im Interesse eurer Sicherheit nehmen wir dies gerne in Kauf.

Keine Sorge: Wir geben vor der Buchung immer den festen Preis und auch ein Ankunftszeitfenster an. Auch wenn wir auf dem Weg noch jemanden abholen, kommst du innerhalb deines genannten Ankunftszeitfensters zum selben Preis an deinem Zielort an.

 

Warum muss ich so weit bis zur nächsten Haltestelle gehen?

Das musst du gar nicht. Mittlerweile haben wir über 2.100 virtuelle Haltestellen. Dieses dichte Netz an Haltepunkten führt dazu, dass ihr vor dem Antritt eurer MOIA Fahrt im Regelfall – wenn ihr nicht gerade inmitten eines Parks seid – nicht weiter als 250 Meter vom nächsten Stopp entfernt seid. Eine Ausnahme bilden Bestellungen mit Start oder Ziel unmittelbar außerhalb unseres Geschäftsgebietes. Hier weisen wir Kunden einen Haltepunkt im Geschäftsgebiet zu. Dann kann es auch vorkommen, dass Kunden eine längere Distanz zurücklegen muss.

Eine Karte für unsere Haltepunkte können wir nicht veröffentlichen. Das hat auch einen Grund: Die Orte der MOIA Haltestellen verändern sich immer wieder, z.B. wegen Baustellen oder weil wir dazulernen, dass manche Punkte zum Halten doch nicht geeignet sind. Bei der Buchung deines MOIAs wird dir die Haltestelle zugewiesen, die für dich, deine Fahrt und die Fahrt der anderen MOIA Kunden am besten geeignet ist.

 

Warum bedient MOIA keine Ziele außerhalb der Stadt?

Unsere Genehmigung umfasst derzeit nur den Stadtraum von Hannover. Die Anbindung von Orten außerhalb Hannovers wie bspw. Garbsen, Laatzen oder Langenhagen erfordert eigene Genehmigungen der einzelnen Städte.

 

Warum geht ihr in Hamburg mit einer elektrischen Flotte auf die Straße, aber in Hannover nicht?

Wir sind aktuell mit den bekannten, nachtblauen VW T6 Benzinern auf den Straßen Hannovers unterwegs. Ab dem kommenden Jahr werden wir aber schrittweise auf Elektro umstellen. Bis 2020 wird unsere Flotte mindestens zu 50 Prozent elektrifiziert sein. Bis 2022 wird MOIA ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge einsetzen. Neben den Fahrzeugen müssen wir dafür aber auch die Infrastruktur schaffen, um ein flächendeckendes Angebot sicherzustellen. Gerade auch in Hamburg, wo wir von Anfang an mit einer elektrischen Flotten an den Start gehen, haben wir gelernt: Der Aufbau geeigneter Betriebshöfe, unserer MOIA Hubs, mit einer ausreichenden Möglichkeit zur Installation von Ladesäulen ist sehr aufwändig und nicht in kurzer Zeit zu bewerkstelligen. Wir sind dran!