Alleine fahren ist Stadtverschwendung

Unsere Städte sind verstopft. Die Straßen sind voll. Dafür sind die Autos: leer. Denn in fast jedem Auto sitzt nur eine Person.

Unsere Städte sind verstopft. Die Straßen sind voll. Dafür sind die Autos: leer. Denn in fast jedem Auto sitzt nur eine Person. Vier Sitzplätze bleiben frei. Eine aktuelle MOIA Studie bestätigt das: 90 Prozent der Pendler sind Alleinfahrer.

Damit eine Verkehrswende in den Städten gelingen kann, muss noch einiges passieren. Vor allem in unseren Köpfen. Wir wissen durch eine aktuelle deutschlandweite Ipsos Studie im Auftrag von MOIA, dass 90 Prozent aller Pendler in ihrem Auto alleine fahren. Damit teilt nur jeder zehnte Pendler seine Fahrt zur Arbeit und zurück.

Warum so viele alleine fahren, dafür machen Alleinfahrer viele Gründe aus. Es sei am schnellsten (55 %), am bequemsten (50 %) und man könne so noch Gegenstände einfach transportieren (57 %). Hauptgrund für die Alleinfahrer ist allerdings die Flexibilität. 83 Prozent der Befragten führen diesen Faktor als Grund für die Fahrt mit dem eigenen Auto an. Nachvollziehbar sind diese Gründe durchaus. Gleichzeitig stehen ihnen auch starke Bedenken gegenüber.

Die Erkenntnis ist da: Wir sollten nicht alleine fahren

Denn die Alleinfahrer sind sich dessen bewusst, dass ihre Flexibilität einen hohen Preis hat. So sorgen sich mehr als drei Viertel der Befragten um die wachsenden Verkehrsprobleme in den Städten. Sie sehen den schwerwiegenden Pendlerverkehr als umweltschädigend an (87 %) und stören sich an den daraus resultierenden Staus (84 %.)

Insgesamt steht der hohen Zahl der Alleinfahrer eine große Einsicht gegenüber. Über die Hälfte der Befragten sehen die täglich leer zur Arbeit fahrenden Sitze als Platzverschwendung in den Städten an. Sie sind unzufrieden mit der aktuellen Verkehrssituation (78 %), wünschen sich bessere Alternativen für ihre Mobilität (48 %) und sogar 85 Prozent sind sich sicher, dass es für Stadt und Bewohner besser wäre, wenn mehr Menschen gemeinsam fahren würden.

Die Einsicht ist grundsätzlich also da, der Wille möglicherweise auch. Knapp ein Drittel der Befragten plant, das eigene Verhalten zu ändern. Doch braucht es offenbar Anreize, die eingefahrenen Gewohnheiten zu ändern, um seinen eigenen kleinen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Anreize, das eigene Auto stehen zu lassen, wären günstige alternative Verkehrsmittel (45 %), bei denen man möglichst nicht umsteigen muss (44 %) und die Fahrgäste flexibel von Tür zu Tür bringen (41 %). Da solche Angebote jedoch bislang kaum zu finden sind, wünscht sich knapp die Hälfte der Befragten (48 %) alternative Mobilitätskonzepte wie zum Beispiel Ridesharing.

Mit einem wachsenden Angebot an Alternativen wird ganz klar das meistvertretene Argument für die Fahrt mit dem eigenen Auto angegangen: die Flexibilität. Denn so wachsen auch die Möglichkeiten auf das eigene Auto zu verzichten.

 

Das Bewusstsein ist also vorhanden. Jetzt liegt es an uns, etwas zu ändern, denn niemand braucht fünf Plätze für sich allein – außer er vielleicht:

Ipsos-Umfrage mit 2.000 Personen

Für die aktuelle MOIA-Studie zum Pendlerverhalten befragte Ipsos im Rahmen einer Online-Mehrthemenumfrage 2.000 Personen. Die Grundgesamtheit dieser Befragung bilden in Privathaushalten lebende deutschsprachige Internetnutzer im Alter von 16-70 Jahren, die im Ipsos Online Panel Mitglied sind. Es wurde eine bevölkerungsrepräsentativ quotierte Personen-Stichprobe gezogen und nach Alter, Geschlecht und Region sowie Haushaltsgröße quotiert. Soweit erforderlich, nahm Ipsos eine Strukturabgleichung mit Daten der amtlichen Statistik vor. Die Interviews fanden vom 14. September bis 18. September 2018 statt.