Aktiv im Untergrund: 5 Mobilitäts-Fakten über London

5 Mobilitätsfakten direkt von der Insel

Die Premier League in England zählt zu den besten Fußballligen der Welt und Harry zu den sichersten Elfmeter-Schützen dieser Weltmeisterschaft – und doch sah es in den vergangenen Jahrzehnten häufig finster für die Englische Nationalmannschaft aus. Dieses Jahr zeigen sich die Spieler um ihren Cheftrainer Gareth Southgate allerdings kämpferisch und nervenstark. Diese Kampfbereitschaft wird man vor allem in Englands Hauptstadt künftig auch in Sachen Mobilität brauchen, denn der Stadt stehen große Aufgaben bevor. 5 Mobilitätsfakten direkt von der Insel:

 

1. Das älteste U-Bahnsystem der Welt ist am Limit

Als ältestes U-Bahn-System der Welt ist die „London Underground“ auch eines der leistungsstärksten der Welt. Täglich werden bis zu vier Millionen Fahrgäste auf den 402 Kilometern Strecke befördert. Doch die Stadt wächst. In den letzten 30 Jahren hat sich die Bevölkerung von London verdoppelt. Auch wenn erfreulicherweise immer mehr Menschen ihre Autos zu Hause stehen lassen, so kommen doch die Alternativen nicht ganz mit den Kapazitäten hinterher. Bis 2030 wird die London Underground laut Prognosen täglich rund 9 Millionen Fahrgäste befördern müssen – und damit ihr Limit erreichen.

2. Congestion Charge – City Maut soll Staus ausbremsen

Seit 2003 müssen Londoner Autofahrer die sogenannte Congestion Charge bezahlen. Rund 13,50 Euro kostet es sie, in die Innenstadt zu fahren. Tatsächlich hat der motorisierte individuelle Personenverkehr in der Innenstadt stark abgenommen. Doch mittlerweile haben sich leider schon neue Probleme ergeben: Der ÖPNV kann die Menschenmassen nur noch schwer bewältigen und die Straßen sind trotzdem voll. Taxen und Uber Fahrzeuge sind bislang von der Citymaut befreit. Vor allem die Ridehailing-Angebote werden viel genutzt, da die Fahrt günstiger sein kann, als die 13,50 Euro Citymaut. Ein weiteres Problem ist die sogenannte „letzte Meile“ bei Lieferungen, die die Innenstadt durch eine Vielzahl von Online-Shopping-Bestellungen verstopfen.

3. London? Keine Radfahrfreunde!

So vorbildlich der Londoner auch schon seine Mobilität größtenteils auf die öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt hat, so sehr schwächelt er beim Fahrradfahren. Im Modalsplit werden nur 2 Prozent aller Wege in der Metropole auf dem Fahrrad zurückgelegt. In deutschen Großstädten liegen wir im Schnitt übrigens bei rund 14 Prozent. Dabei fingen die Londoner bereits 2010 mit einem Stadt-umfassenden Bikesharing-Dienst an. Mit derzeit 11.000 Rädern im Angebot gibt es auch durchaus Möglichkeiten sich per Fahrrad fortzubewegen.

4. Im Wasser und in der Luft – wie einst James Bond

Wenn die Londoner nun so gar keine Fans von Pedalen sind, so nutzen sie immerhin weitere Alternativen zu Asphalt und Gleis: Mit der Emirates Air Line gibt es eine Seilbahn die von Greenwich bis zu Royal Victoria Dock über die Themse geht. Die Seilbahn gehört zum Londoner Verkehrsbund und es gelten gleiche Fahrpreise wie in Bus und Bahn. Bei einer Stadt wie London macht es natürlich auch Sinn, dass der Wasserweg genutzt wird. Auf der Themse verkehren ebenfalls Boote die zum öffentlichen Nahverkehr gehören. Auch hier gelten die normalen Preise des Verkehrsverbunds.

5. DLR – die autonome Bahn

Schon verstanden, die Londoner lieben ihre Bahnen. Immerhin haben sie eine lange gemeinsame Geschichte. Und so sehen wir auch das autonome Fahren in London auf den Gleisen umgesetzt: Die „Docklands Light Railway“ ist eine fahrerlose S-Bahn, die auf einem 31km langen Netz in London verkehrt. Seit 1987 wurde das Netz mehrfach erweitert und ausgebaut. Das Netz verbindet heute die Isle of Dogs und die Royal Docks, führt in die Londoner Innenstadt, nach Stratford und nach Lewisham, verkehrt somit aber eher in einem kleinen Bereich im Osten der Stadt.