„Wir haben gelernt, uns bewusster fortzubewegen“

Die Hamburger Bloggerin Anna Frost hat für MOIA zwei Wochen lang auf ihr eigenes Auto verzichtet.

Die Hamburger Bloggerin Anna Frost hat für MOIA zwei Wochen lang auf ihr eigenes Auto verzichtet. Also zwei Wochen lang ausschließlich ÖPNV, Tretroller, Taxi, Carsharing und natürlich auch MOIA genutzt – und das mit zwei kleinen Kindern.

"Planung", sagt Anna Frost wie aus der Pistole geschossen, als wir sie nach der größten Umstellung fragen, die sie während ihrer autofreien Zeit erlebt hat. "Die ersten Tage war es eine Herausforderung, sich umzugewöhnen und alle Wege durchplanen zu müssen." Berufstätig zu sein mit zwei kleinen Kindern erfordert komplexe Wege. Kinder zur Kita, weiter zum Einkaufen, nach Hause, zum Geschäftstermin und wieder die Kinder abholen.

"Es braucht ein wenig Eingewöhnungszeit, aber es geht natürlich auch ohne Auto. Erst recht in einer Stadt wie Hamburg", gesteht Anna. Dabei wurde für sie schnell klar, dass jeder Weg ein passendes Verkehrsmittel hat. "Ich bin natürlich viel mit MOIA gefahren. Aber es kommt ganz darauf an, wohin es geht. Wir sind auch viel zu Fuß gegangen und Tretroller gefahren. Wenn es schnell gehen musste, haben wir dann auch mal ein Taxi genommen."

Wo es durch die umfangreiche Planung etwas mehr (Zeit-)Aufwand gab, wurde bei der Parkplatzsuche in der Innenstadt an Zeit gespart. "Erst recht wenn die Stadt voll ist, muss ich mit dem Auto direkt mehr Zeit einplanen. Die Suche verlängert sich ja auch, wenn man sich bei jeder Runde neu durch die verstopften Gassen quält", erklärt Annas Ehemann Jakob, der in der autolosen Fortbewegung auch viele Vorteile sieht.

Aber heißt das jetzt, dass sie auch nach der Kein-Auto-Challenge ganz auf ihr Auto verzichten? "Wahrscheinlich nicht", lacht Anna Frost. "Außerhalb der Stadt möchte ich da nicht drauf verzichten. Und vor allem für komplexe Fahrten, die eben nicht nur von A nach B und zurück gehen, würde ich weiterhin mein Auto nehmen."

Die zwei Wochen ohne Auto haben dennoch Wirkung gezeigt. „Wir haben schon gemerkt, dass wir normalerweise viele Wege automatisch mit dem eigenen Auto gemacht haben, die gut auch ohne gingen. Wenn man es gewohnt ist, läuft man schnell Gefahr, dass man auch Fahrten macht, die anders sogar besser zu bewältigen gewesen wären.“

Wie Anna und ihre Familie autofrei zu leben ist natürlich immer ein offenes Experiment. Aber vielleicht kann der Versuch ja auch andere überzeugte Autofahrer zu einem kleinen Auto-Detox inspirieren.