Wie sieht der Klimawandel in Hamburg aus?

Zur Klimawoche werfen wir einen Blick darauf, wie der Klimawandel Hamburg betreffen wird.

70.000 Menschen in Hamburg waren sich vorletzte Woche einig, dass es so nicht mehr weitergeht: Der Konsens in der Bevölkerung, dass der schon längst fortschreitende Klimawandel die größte Bedrohung unserer Zeit ist, wächst.

Aber was bedeutet Klimawandel konkret? Wie wirkt sich der Klimawandel direkt vor unserer Haustür aus? Zur Klimawoche werfen wir einen Blick darauf, wie der Klimawandel Hamburg betreffen wird.

Oft bleibt die Vorstellung der Klimakatastrophe noch etwas abstrakt. Dabei gibt es längst konkrete Vorhersagen und alarmierende Anzeichen, was mit Hamburg in den nächsten Jahrzehnten passieren kann.

Hamburg unter Wasser

Was bedeuten also Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung für die Hansestadt? Am offensichtlichsten Hamburg betreffend sind die Auswirkungen der Erderwärmung auf den Meeresspiegel. Bei einer Erderwärmung von 4°C läge der gesamte Hamburger Süden und Südosten komplett unter Wasser. Der Meeresspiegel wird bei dieser Temperatur bereits um 7,4 Meter gestiegen sein, wie ein Report der US-Forschungsorganisation Climate Central berichtet. Das wird nicht über Nacht geschehen und man wird sich darauf vorbereiten können. Vielerorts sei man auch schon durch hohe Deiche und weitere Maßnahmen auf einen solchen Anstieg des Meeresspiegels vorbereitet. Der Fischmarkt, der schon jetzt gelegentlich komplett unter Wasser steht, dürfte allerdings der Vergangenheit angehören.

Der Meeresspiegel steigt derzeit um drei Millimeter pro Jahr. Die Berechnungen der Climate Central beziehen sich auf einen Zeitraum von 200 bis 2000 Jahren, je nachdem, wie gut wir es schaffen, gegen die Klimawandel-Verursacher anzugehen.

Klima wie in San Marino

Sehr viel kurzfristiger und greifbarer sind die Veränderungen, wie sie von der ETH Zürich geschildert werden. Im Jahr 2050 wird Hamburg Temperaturen wie aktuell Mittelitalien haben. Das Klima der Hansestadt wird mit dem aktuellen Klima von San Marino verglichen. Noch erschreckender ist die Lage in Berlin. Für die dortigen Temperaturen im Jahr 2050 wird die australische Hauptstadt Canberra zum Vergleich herangezogen.

Dass sich die Erde bereits seit Jahrzehnten Stück für Stück erwärmt zeigen die Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration deutlich. 16 der 17 wärmsten Jahre seit Wetteraufzeichnungen wurden seit 2000 gemessen. Seit den 60er Jahren war jede Dekade wärmer als die vorherige.

T-Shirt-Wetter im Februar

Noch konkreter und heute für uns alle fühlbar sind die Ergebnisse des Deutschen Wetterdienstes zum letzten Winter (Dezember 2018, Januar 2019, Februar 2019). Mit einer Durchschnittstemperatur von 4,3°C in Hamburg war der Winter eindeutig zu mild und zu warm. "Damit landete auch der Winter 2018/19 mit unter den wärmsten seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881", so der DWD. Besonders der Februar lag mit 3,8°C Durchschnittstemperatur ganze 3,5°C über dem langjährigen Mittel.

Hier sind wir bei Veränderungen, für die Hamburger kaum noch schriftliche Bestätigung brauchen. Die letzten Winter waren selbst für das maritime Klima der Hansestadt außergewöhnlich mild. Auch wenn sich mancher über sonnige Tage im sonst so kalten Winter gefreut haben mag, haben wir doch ganz klar gemerkt: So darf es nicht weitergehen.