Warum sich mehr Fahrzeuge einfacher füllen lassen

Vielleicht habt ihr es euch auch schon einmal gefragt: Warum holt MOIA mich nicht ab, wenn doch eine Minute später ein MOIA an mir vorbeifährt, das leer ist oder nur einen Sitz besetzt hat?

Aktuell können wir bereits auf über 60.000 Buchungen in Hamburg zurückblicken. Die Sharing-Quote liegt bei über 60 Prozent. Das bedeutet, dass bei über der Hälfte der Fahrten bereits zwei oder mehr Personen gemeinsam fahren. Darüber freuen wir uns natürlich. Gleichzeitig liegen die Fahrtanfragen per App ein Vielfaches darüber. Das führt dazu, dass wir viele von euch noch nicht abholen können. Woran liegt das aber, wenn gar nicht alle Sitzplätze gefüllt sind?

Wenn ihr ein MOIA bestellt, bekommt ihr von uns keine feste Ankunftszeit, sondern ein Zeitfenster angegeben, in dem ihr an eurem Zielort ankommen werdet. Der Grund: Ein Zeitfenster lässt uns flexibler planen. Dadurch können wir Fahrgäste, die eine ähnliche Route haben wie ihr, zusammen mit euch fahren lassen und spontan aufnehmen. Wir berechnen einen möglichen Umweg, um einen Fahrgast abzuholen, also im Vorhinein mit ein. Dadurch könnt ihr euch darauf verlassen, in einem gewissen zeitlichen Rahmen anzukommen. Passt die Route eines Fahrgastes also zur Route  eurer bereits bestellten Fahrt, OHNE eure Ankunftszeit zu gefährden, werden eure Fahrten in einem MOIA gebündelt. Bedeutet die Annahme der weiteren Fahrtanfrage einen zu großen Umweg und würde eure Ankunftszeit gefährden, nehmen wir diese Fahrtanfrage in eurem MOIA nicht an.

Das Prinzip unseres Algorithmus ist also: Er vergleicht Routen – von Anfang bis Ende – miteinander, also nicht nur den Abholpunkt oder das Ziel und bündelt Fahrten, wenn sie zeitlich sinnvoll zueinander passen. So  kann es passieren, dass ein (scheinbar) leeres MOIA an euch vorbeifährt, während ihr selber keine Fahrt bekommt: Ein Fahrgast hat bereits eine Einzelfahrt gebucht, dessen Strecke nicht in der Form zu eurer passt, sodass er pünktlich an seinem Ziel ankommt.

Um die Situation zu verbessern und unsere Fahrzeuge besser zu füllen, werden wir unsere Flotte erweitern. Das mag erstmal widersprüchlich klingen, aber die Erklärung ist ganz einfach.

Je mehr MOIAs in der Stadt verteilt sind, desto mehr Fahrtanfragen werden wir bedienen können und umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Fahrtanfragen und deren Routen sich zeitlich sinnvoll bündeln lassen. Damit teilen sich mehr Menschen die Fahrt und wir können unsere Fahrzeuge noch stärker auslasten als bisher. Die Nachfrage ist bereits jetzt so hoch, dass wir ein Vielfaches der aktuellen Fahrten machen könnten – es fehlen nur die Fahrzeuge dazu. Die ersten Wochen in Hamburg haben gezeigt, dass 100 Fahrzeuge in dem aktuellen Geschäftsgebiet von 200 Quadratkilometern deutlich zu wenig sind, um die große Zahl der Fahrtanfragen bedienen zu können, optimal zu bündeln und unnötige Leerfahrten zu verhindern. Wir könnten mit der sehr hohen Anzahl an Fahrtanfragen bereits heute 500 Fahrzeuge mit mehreren Passagieren auslasten.

In den kommenden Wochen werden wir wie geplant die Flotte aufstocken - zunächst auf die vom Verwaltungsgericht Hamburg festgesetzte Zahl von 200 Fahrzeugen. Nach unseren Berechnungen, den Erfahrungen der vergangenen Wochen und dem täglich um mehrere Tausend Personen wachsenden Kundenstamm gehen wir aber davon aus, dass wir künftig deutlich mehr als die 200 Fahrzeuge benötigen, um einen optimalen Ridesharing-Service anbieten zu können. Wir hoffen daher, dass das OVG zügig zu einer Entscheidung kommt, die uns ermöglicht, die durch die zuständige Behörde bereits genehmigte Zahl von 500 Fahrzeugen auf die Straße zu bringen. Hamburg wartet auf den Service von MOIA.

Auch wenn wir uns sehr über die vielen Fahrten freuen, die wir seit Beginn mit euch geteilt haben: Jeder Fahrgast, den wir aktuell stehen lassen müssen, schmerzt uns. Nicht nur weil wir euch einen verlässlichen, sicheren und guten Ridesharing-Service anbieten wollen. Um unseren Service nachhaltig anbieten zu können, ist auch uns viel daran gelegen, jeden Sitz in unseren Fahrzeugen zu füllen und jede angefragte Fahrt machen zu können. Danke für eure Geduld. Wir arbeiten daran.