Von Forschern begleitet

Welchen Effekt hat unser Ridepooling-Service auf den Verkehr in Hamburg? 

Kann MOIA den Verkehr wirklich entlasten? Welche Verkehrsmittel hätten die Menschen genutzt, wenn MOIA nicht verfügbar wäre? Wo und wann wird MOIA genutzt? Wie verändert MOIA die Verkehrsströme und die Mobilität in der Stadt?

Diese Fragen beschäftigen derzeit viele Menschen: Hamburger Bürger, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und auch uns. Denn Ridepooling ist eine technische, aber vor allem eine gesellschaftliche und soziale Innovation, die unser Stadtleben verändern wird. Aber wie?

Mit unserem Service wollen wir euch nicht nur ein erstklassiges Mobilitätsprodukt anbieten. Wir wollen die Mobilität in Hamburg nachhaltig verbessern. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, erforschen wir gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität der Bundeswehr München die vielschichtigen Effekte von MOIA auf den Verkehr. Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, unternehmen wir gemeinsam über die kommenden zwei Jahre die erste vollumfassende Langzeituntersuchung eines Ridepooling-Dienstes, dem fachlich korrekten Begriff für unseren MOIA Service.

Die Ergebnisse werden uns helfen, der teils sehr emotionalen Debatte um Ridepooling eine wissenschaftliche Basis zu geben. Bisherige Studien fokussierten meist auf die Effekte von Ridehailing, also Fahrdiensten in Nordamerika, die nicht geteilt sind. Unsere Begleitforschung ist die erste umfassende Ridepooling-Langzeitstudie in Europa. Sie bringt damit deutlich bessere, gesicherte Forschungsergebnisse für die Verkehrsplanung und Politik vor Ort.

Die Universität der Bundeswehr München und das KIT haben sich in einem umfangreichen und internationalen Ausschreibungsprozess durchgesetzt. Insbesondere ihre langjährige Erfahrung im Bereich des Ridepoolings, ihre überzeugenden Modellansätze inkl. des Pooling-Algorithmus und State-of-the-Art Methoden qualifizierten sie für dieses Projekt.

Was wir untersuchen

Die Begleitforschung setzt sich aus drei Teilen zusammen.

Wir starten mit der Empirie: Wir werden 1.000 Nutzerinnen und 1.000 Nichtnutzer quantitativ und qualitativ zu soziodemografischen Merkmalen, ihrem Verkehrsverhalten und den Entscheidungskriterien für ihre Mobilität untersuchen und befragen. Warum nutzen sie wann welches Verkehrsmittel, zu welchem Zweck, mit wem und wohin?

Diese Erkenntnisse sind dann Basis für eine Simulation, um die Auswirkung von unserem Service auf den Verkehr, die Verkehrsmittelwahl, Fahrtketten, Emissionen sowie die Raumstruktur zu simulieren. Gleichzeitig sehen wir uns in dieser Simulation auch an, welche Effekte regulatorische Maßnahmen wie restriktivere Parkraumbewirtschaftung oder eine City-Maut auf verschiedene inter- und multimodale Verkehrsmodelle – also Verkehrsmodelle, in denen man mehrere Verkehrsmittel nutzt – haben könnte.

Im letzten Schritt validieren und diskutieren wir unsere Simulation und regulatorische Maßnahmen mit wichtigen Stakeholdern der städtischen Mobilität und prüfen mit der wissenschaftlichen Community, ob wir die Ergebnisse auch auf andere Städte übertragen könnten.

Neben einem Abschlussbericht nach zwei Jahren werden wir jedenfalls immer wieder Zwischenberichte abgeben und euch über den aktuellen Stand informieren.

Wir freuen uns sehr auf die kommenden zwei Jahre; allein schon, weil uns diese Begleitforschung wichtige Erkenntnisse bringen wird, um unseren Service so zu formen, dass er euch in eurer täglichen Mobilität nützt. Gleichzeitig können wir damit aber auch einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Mobilitätsdiskussion beisteuern, der allen hilft, Mobilität zu verbessern, Städte vom Autoverkehr zu befreien und sie den Menschen zurückzugeben.