Nichts als die Wahrheit

Taxi-Konkurrenz? Diesel? Alles falsch. Hier klären wir sieben Missverständnisse auf, die sich kürzlich über MOIA verbreitet haben.

Was macht MOIA eigentlich genau? In den vergangenen Tagen haben wir gemerkt, dass manche Menschen und Medien die Antwort nicht genau kennen. Die Folge: Missverständnisse und Verunsicherung. Das finden wir schade, da wir die Verkehrswende nur gemeinsam schaffen können. Hier klären wir sieben Missverständnisse über MOIA auf, die sich kürzlich im Netz und in der Presse verbreitet haben.

 

1. „MOIAs Services helfen doch nicht bei der Mobilitätswende“

Wir haben in unseren Städten große Verkehrsprobleme. Und dagegen wollen wir etwas tun. Die Städte werden immer größer, immer mehr Menschen ziehen zu oder pendeln zum Arbeiten, oftmals allein im eigenen Pkw. Das führt zu Stau, Lärm, Luftverschmutzung, Stress. Beispiel Hamburg: Autofahrer suchen hier durchschnittlich mehr als 50 Stunden pro Jahr nach einem Parkplatz. Nur in wenigen Städten sind die Menschen unzufriedener mit der Verkehrssituation als in Hamburg. 

Unser Lösungsansatz heißt Ridepooling: Bis zu sechs Menschen buchen MOIA via App, um sich in unserem elektrischen MOIA Fahrzeug ihre Fahrt zu teilen. Damit bieten wir Menschen eine attraktive Alternative zum privaten Pkw. Langfristig wird das zu weniger Autos auf den Straßen führen – und damit zu besserer Luft und mehr Platz für alle. Derzeit testen wir unseren Service mit einer kleinen Fahrzeugflotte in Hannover, Ende 2018 werden wir in Hamburg starten.

 

2. „MOIA ist Konkurrenz für die Taxibranche“

Nein. Wir sehen uns als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr und zum Taxi – und füllen die große Lücke zwischen diesen beiden Services. Jedes Verkehrsmittel hat einzigartige Vorteile: Bus, Tram, U- und S-Bahn bilden die effizienteste Form des Stadtverkehrs. Taxis bieten maximalen Komfort und helfen, wenn es schnell gehen muss. Wir stellen jedoch fest, dass immer mehr Menschen auf ihr eigenes Auto verzichten wollen, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Einfach weil es effizienter und bequemer ist, mit ÖPNV, Taxi oder alternativen Mobilitätskonzepten wie Ride-, Car- und Bikesharing-Angeboten unterwegs zu sein. Noch nutzen die Hamburger laut unserer Marktforschung für 45 Prozent ihrer Wege in Hamburg ihren privaten Pkw oder Dienstwagen (und das meist allein). Zum Vergleich: Aktuell werden 3 Prozent aller Wege in Hamburg mit Taxis zurückgelegt. Wenn der enorme Verkehrsanteil des motorisierten Individualverkehrs sinkt, gibt es viele Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten für ÖPNV, Services wie MOIA und Taxis. Aber: Wir müssen die Menschen überzeugen, auf andere Formen der Mobilität umzusteigen. Das schaffen wir aber nur gemeinsam!

 

3. „MOIA arbeitet zu Dumpingpreisen“

Falsch. Wir testen unseren Service in Hannover derzeit mit 35 Fahrzeugen und einer limitierten Nutzerzahl. Wie bei jedem Test kann es dabei mal ruckeln und haken. Es wäre nicht nur unfair, den vollen Preis zu verlangen, ohne den vollen Service zu garantieren. Der MOIA Servicetest läuft auch ohne Konzession, weshalb wir im Rahmen der gesetzlichen Regulierung nicht mehr als sechs Cent pro Kilometer nehmen dürfen.

Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, starten wir im Sommer in den Regelbetrieb. Der Preis wird dann entsprechend angepasst: Eine Fahrt mit MOIA wird dann teurer als ein ÖPNV-Ticket, aber günstiger als eine Taxifahrt. So stellen wir sicher, dass unser Angebot andere Verkehrsträger nicht verdrängt und genau auf die von uns identifizierte Angebotslücke zielt. Auch in Hamburg wird der Regelbetrieb natürlich mit realen, fairen Preisen starten.

 

4. „MOIA arbeitet nur in den besten Gebieten zu den besten Zeiten“

Nein. Es stimmt zwar, dass wir derzeit im Zuge des MOIA Servicetests nur die 40 Prozent des Hannoveraner Stadtgebiets bedienen, in denen die meisten Menschen leben. Aber mehr schaffen wir mit unserer kleinen Flotte nicht. Uns war es wichtig, dass möglichst viele Fahrten geteilt werden. Das ist in dicht besiedelten Gebieten wahrscheinlicher. Schon jetzt sehen wir, dass das Konzept funktioniert: Bei knapp der Hälfte aller Fahrten teilen sich mindestens zwei Passagiere ein Stück des Wegs. Unser Service ist fast rund um die Uhr verfügbar. Montags bis donnerstags fahren wir von fünf Uhr morgens bis Mitternacht, von Freitag auf Samstag sogar bis drei Uhr in der Früh. Am Samstag sind wir von zehn bis drei Uhr unterwegs. Sobald wir unseren Regelbetrieb aufnehmen, werden wir auch an Sonntagen zur Verfügung stehen. 

 

5. „MOIA tut nur so ökologisch, dabei fahren sie Diesel“

Nein! Unsere aktuelle Flotte in Hannover besteht aus 35 Benzinern: nachtblaue VW T6 aus dem Hannoveraner Werk. Das sind tolle Autos, die uns sofort in die Lage versetzen, den Verkehr zu entlasten. Es ist aber unser klares Ziel, schrittweise alle unsere Flotten auf elektrische Fahrzeuge umzustellen. Neben den Fahrzeugen müssen wir dafür aber auch die Infrastruktur schaffen, um ein flächendeckendes Angebot sicherzustellen. 

 

6. „MOIA ist ja lediglich ein weiterer Fahrtenvermittler“

Grundsätzlich arbeitet MOIA mit dem Konzept von virtuellen Haltestellen, an denen wir unsere Kunden abholen. Diese sind im Regelfall nicht mehr als 250 Meter vom Standort des Nutzers entfernt. Das Konzept garantiert die Effizienz unseres Ridepooling-Systems und den maximalen Komfort für unsere Kunden, weil so Umwege, zum Beispiel aufgrund von Einbahnstraßen, vermieden werden.

In unseren Konzessionsanträgen beantragen wir aber auch die Möglichkeit, Menschen von Tür zu Tür zu befördern. Wenn zum Beispiel größere Gruppen eine Fahrt exklusiv buchen wollen, macht es keinen Sinn, wenn sie zu einer Haltestelle gehen müssen. Und nachdem diese Genehmigung unseren Betrieb über mehrere Jahre regeln wird, wollen wir sicherstellen, dass wir unseren Service gegebenenfalls an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen können. Unser Kerngeschäft aber ist Ridepooling. Es ist unser Ziel, den Verkehr mit unserem Service zu entlasten – und daran lassen wir uns auch messen! Das ist der Grund, warum wir mit unseren Partnerstädten über neutrale Begleitforschung sprechen.

 

7. „MOIA bewegt sich außerhalb von Recht und Gesetz“

Natürlich halten wir uns ausnahmslos an die geltenden Vorschriften und Gesetze. Unseren Regelbetrieb starten wir nur in den Städten, in denen wir eine gültige Konzession haben. Schon davor tauschen wir uns intensiv mit allen Akteuren aus, allen voran den ÖPNV-Betreibern, der Stadtverwaltung und den Kollegen vom Taxigewerbe. Unsere Fahrer besitzen im Regelbetrieb den Personenbeförderungsschein und werden entsprechend geschult. Und mit einem umfangreichen Regel- und Prozesswerk gewährleisten wir einen sicheren Betrieb.

Gleichzeitig verfolgen wir eine neue Vision von urbaner Mobilität! Wir setzen darauf, dass die Politik die Problematik erkennt und neue Rahmenbedingungen schafft, die eine Verkehrswende ermöglichen. Nur mit Innovationen können unsere Städte wieder zu besseren Orten werden, mit weniger Lärm, Schmutz und Verkehr. Und stattdessen mit mehr Platz für die, denen die Stadt gehört: die Menschen.